Wie
funktioniert denn nun so ein Telefon?
Zerlegen wir einen FeTAp 612-2!
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Zunächst wird die
Gehäusekappe abgeschraubt.
Die Schrauben von noch ungeöffneten Apparaten sind mit
einer Schutzkappe versehen. |
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Von hinten bekommt man
einen guten Einblick in den FeTAp. Links auf der Platine sieht man
den AS4-Stecker für den Nummernschalter, davor der Stecker für
die Erdtaste, daneben dann der Kondensator für den Weckerkreis
(gelb).
In der Mitte vorne ist der Gabelumschalter, dahinter zwei
Widerstände, der eine für die Leitungsnachbildung, der andere
für den Funkenlöschkreis des nsi.
Der Transformator rechts ist der Übertrager für die
Rückhördämpfung. Davor der Gehörschutzgleichrichter.
Der Handapparat ist noch mittels AS4 an der Platine angeschlossen.
Im Hintergrund ist der Nummernschalter und der Wecker. |
Jetzt ist der
Handapparat dran! Er ist mit 4 Adern angeschlossen.
Links ist die Sprechkapsel (Mikrofon) ausgebaut, rechts die
Hörkapsel ("Fernhörer").
Durch die Hörkapsel fließt nur der Sprechwechselstrom, da der
Gleichstrom durch den Übertrager ferngehalten wird.
Die Sprechschleife hat etwa 12 Volt. |
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Oben links eine
Transistorsprechkapsel, die nur mit Sv-Steckern verbunden werden
kann. Rechts davon eine entsprechende Hörkapsel (jeweils mit den
Einsätzen zur Befestigung im Handapparat).
In der Mitte eine Kohlesprechkapsel und Hörkapsel mit Schleifkontakten und den passenden Einsatzschalen (die
Hörkapsel hat einen zusätzlichen Sv-Kontakt).
Unten dann eine Sprechkapsel mit Schleif- und Sv-Kontakt und
eine Hörkapsel mit Schleifkontakt. |
| Anschließend wird der
Nummernschalter herausgenommen. Dazu wird der AS4-Stecker von der
Platine gelöst. |
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Hier ist der Staubdeckel
des Nummernschalters entfernt.
Links ist ein Regler zu sehen, der die
Rücklaufgeschwindigkeit des Nummernschalters beeinflusst.
Die rechte der beiden Metallzungen ist der nsi (Nummernschalterimpulskontakt), der die Wählimpulse an die
Vermittlungsstelle gibt.
Links sind der nsr (Nummernschalterruhekontakt), der die letzten
zwei Impulse unterdrückt und somit eine Zwangspause beim Wählen
bewirkt, und der nsa (Nummerschalterarbeitskontakt), der die
Sprechschleife kurzschließt. |
Schauen wir uns den
Nummernschalter in Aktion an!
Auf dem Video ist der Nummernschalter bereits aufgezogen (es ist
eine "0" gewählt).
Man sieht sehr schön, wie der nsi arbeitet (12 mal) und der nsr
vorne die letzten zwei Impulse verhindert und wie sich der nsa
wieder öffnet
Zum Ansehen des Videos einfach aufs Bild klicken. |
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Im Bild zwei
verschiedene Nummernschalter des FeAp 61. Links der eben
vorgestellte, rechts eine neuere Entwicklung, dessen Regler mit
Hilfe einer Freilaufkupplung langsam ausläuft (erkennt man am
Geräusch des Nachlaufens). |
Jetzt ist der Wecker
ausgebaut worden.
Vorne liegt die Erdtaste. Mit ihr kann man bei Nebenstellenanlagen
in der Vermittlung eine Funktion auslösen, die "ein
Amt", also eine Verbindung zu einer
Teilnehmervermittlungsstelle, aufschaltet. |
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Der Wecker ist
geöffnet. Darin findet man einen Elektromagneten, der durch den
Wechselstromkreis (etwa 75 Volt Effektivspannung) den Klöppel
bewegt, der an das Gehäuse des Weckers schlägt.
Auf diesen wird übrigens durch die Lautstärkeregelung des
Telefons mechanisch Einfluss genommen. |
Nun haben wir auch noch
die Platine herausgenommen.
Das grüne links ist der Übertrager. Er trennt, wie oben bereits
gesagt, den Hörkreis galvanisch vom Sprechkreis. Damit wird ein
Gleichstromdurchfluss vermieden, da dieser die Hörkapsel
schädigen könnte.
Wichtigste Funktion des Übertragers ist aber die
Rückhördämpfung. Über eine Brückenschaltung wird verhindert,
dass der Strom aus dem eigenen Sprechkreis in den Hörkreis
fließt. Allerdings lässt man noch ein bisschen durch, damit
nicht der Eindruck entsteht, dass die Leitung "tot" ist.
Zu dieser Schaltung gehört auch noch der blaue Kondensator und
der graue Widerstand.
Der gelbe Kondensator verhindert, dass die 60 Volt Gleichspannung
ständig durch das Telefon fließen, wenn der Handapparat
aufgelegt ist. Nur den Wechselstrom für einen Anruf lässt er zum
Wecker durch.
Ein auf der "Gabel" aufliegender Handapparat schaltet
den Gabelumschalter in der Mitte. Dieser geht durch einen Federzug
alleine nach oben. |
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Hier ist noch einmal die
Platine von unten.
Bei älteren Telefonen ist das noch alles frei verdrahtet. |
| Weiter wollen wir den
FeTAp nicht mehr zerlegen! |
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Jetzt sind wir reif für den
Schaltplan!

Wenn der Handapparat auf der Gabel liegt, trennt der
Gabelumschalter U den Hör-/Sprechkreis von der
Vermittlungsstelle.
Kommt ein Rufstrom vom der Vermittlungsstelle, nimmt er den blauen
Weg.
Der Rufstrom ist ein Wechselstrom (25 Hz) mit einer
Effektivspannung von ca. 75 Volt. Nur dieser wird vom Kondensator
durchgelassen.
Wird der Anruf entgegengenommen, wird die grüne
Schleife geschlossen. Der Strom der Sprechschleife (12 Volt
Gleichspannung) fließt über das Mikrofon und dann über die
Brückenschaltung, den Übertrager.
Dieser trennt den Fernhörer von der Gleichspannung ab, da diese,
würde sie ständig durch ihn fließen, Schäden anrichten würde.
Die Schaltung verhindert außerdem das eigene Hören
(Rückhördämpfung). Allerdings ist die Brücke so abgestimmt,
dass man sich doch sehr leise selber hört.
Der Widerstand und der Kondensator gehören auch noch dazu (die
"Leitungsnachbildung" zur Anpassung).
Beim Fernhörer ist noch der Gehörschutzgleichrichter zu sehen.
Dieser verhindert, dass hohe Spannungen (z.B. Knacken) durch den
Fernhörer fließen und diesen sowie das Gehör des
Telefonierenden schädigen.
Will der Teilnehmer selber telefonieren, so wird er mittels des
Nummernschalters einen anderen Teilnehmer rufen.
Wird der Nummernschalter betätigt, kommt der rote
Kreis in Aktion, da nsa (Nummernschalterarbeitskontakt) die
Sprechschleife kurzschließt.
Mit nsi (Nummernschalterimpulskontakt) werden die Wählimpulse
auf die Schleife gebracht. Dies muss sehr genau geschehen (60 ms
Impulszeit, 40 ms Ruhezeit), daher ist so ein Nummernschalter
schon ein feinmechanisches Kunstwerk.
Der nsr (Nummernschalterruhekontakt) verhindert, dass die letzten
2 Impulse mit auf die Leitung gehen. Diese Wählpause ist
erforderlich, damit die Vermittlungsstelle erkennt, ob eine neue
Ziffer gewählt wird.
Der Widerstand und der Kondensator bilden den Funkenlöschkreis
des nsi (Verhinderung von Knacken z.B. im Rundfunk).
Prinzipiell hat
sich an den Schaltungen bei aktuellen Telefonen nicht allzu viel
geändert. Natürlich werden heute aktive Schaltungen mit
integrierten Schaltkreisen verwendet.
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