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Technik

Wie funktioniert denn nun so ein Telefon?
Zerlegen wir einen FeTAp 612-2!

 

Zunächst wird die Gehäusekappe abgeschraubt.
Die Schrauben von noch ungeöffneten Apparaten sind mit einer Schutzkappe versehen.
geöffneter 61er
geöffneter 61er Von hinten bekommt man einen guten Einblick in den FeTAp. Links auf der Platine sieht man den AS4-Stecker für den Nummernschalter, davor der Stecker für die Erdtaste, daneben dann der Kondensator für den Weckerkreis (gelb).
In der Mitte vorne ist der Gabelumschalter, dahinter zwei Widerstände, der eine für die Leitungsnachbildung, der andere für den Funkenlöschkreis des nsi.
Der Transformator rechts ist der Übertrager für die Rückhördämpfung. Davor der Gehörschutzgleichrichter.
Der Handapparat ist noch mittels AS4 an der Platine angeschlossen.
Im Hintergrund ist der Nummernschalter und der Wecker.
Jetzt ist der Handapparat dran! Er ist mit 4 Adern angeschlossen.
Links ist die Sprechkapsel (Mikrofon) ausgebaut, rechts die Hörkapsel ("Fernhörer").
Durch die Hörkapsel fließt nur der Sprechwechselstrom, da der Gleichstrom durch den Übertrager ferngehalten wird.
Die Sprechschleife hat etwa 12 Volt.
zerlegter Handapparat
Sprech- und Hörkapseln Oben links eine Transistorsprechkapsel, die nur mit Sv-Steckern verbunden werden kann. Rechts davon eine entsprechende Hörkapsel (jeweils mit den Einsätzen zur Befestigung im Handapparat).
In der Mitte eine Kohlesprechkapsel und Hörkapsel mit Schleifkontakten und den passenden Einsatzschalen (die Hörkapsel hat einen zusätzlichen Sv-Kontakt).
Unten dann eine Sprechkapsel mit Schleif- und Sv-Kontakt und eine Hörkapsel mit Schleifkontakt. 
Anschließend wird der Nummernschalter herausgenommen. Dazu wird der AS4-Stecker von der Platine gelöst. zerlegter 61er
Nummernschalter Hier ist der Staubdeckel des Nummernschalters entfernt.
Links ist ein Regler zu sehen, der die Rücklaufgeschwindigkeit des Nummernschalters beeinflusst.
Die rechte der beiden Metallzungen ist der nsi (Nummernschalterimpulskontakt), der die Wählimpulse an die Vermittlungsstelle gibt.
Links sind der nsr (Nummernschalterruhekontakt), der die letzten zwei Impulse unterdrückt und somit eine Zwangspause beim Wählen bewirkt, und der nsa (Nummerschalterarbeitskontakt), der die Sprechschleife kurzschließt.
Schauen wir uns den Nummernschalter in Aktion an!
Auf dem Video ist der Nummernschalter bereits aufgezogen (es ist eine "0" gewählt).
Man sieht sehr schön, wie der nsi arbeitet (12 mal) und der nsr vorne die letzten zwei Impulse verhindert und wie sich der nsa wieder öffnet
Zum Ansehen des Videos einfach aufs Bild klicken.
Mit Klick MPEG-Video abspielen.
Nummernschalter Im Bild zwei verschiedene Nummernschalter des FeAp 61. Links der eben vorgestellte, rechts eine neuere Entwicklung, dessen Regler mit Hilfe einer Freilaufkupplung langsam ausläuft (erkennt man am Geräusch des Nachlaufens).
Jetzt ist der Wecker ausgebaut worden.
Vorne liegt die Erdtaste. Mit ihr kann man bei Nebenstellenanlagen in der Vermittlung eine Funktion auslösen, die "ein Amt", also eine Verbindung zu einer Teilnehmervermittlungsstelle, aufschaltet.
zerlegter 61er
zerlegter Wecker Der Wecker ist geöffnet. Darin findet man einen Elektromagneten, der durch den Wechselstromkreis (etwa 75 Volt Effektivspannung) den Klöppel bewegt, der an das Gehäuse des Weckers schlägt.
Auf diesen wird übrigens durch die Lautstärkeregelung des Telefons mechanisch Einfluss genommen. 
Nun haben wir auch noch die Platine herausgenommen.
Das grüne links ist der Übertrager. Er trennt, wie oben bereits gesagt, den Hörkreis galvanisch vom Sprechkreis. Damit wird ein Gleichstromdurchfluss vermieden, da dieser die Hörkapsel schädigen könnte.
Wichtigste Funktion des Übertragers ist aber die Rückhördämpfung. Über eine Brückenschaltung wird verhindert, dass der Strom aus dem eigenen Sprechkreis in den Hörkreis fließt. Allerdings lässt man noch ein bisschen durch, damit nicht der Eindruck entsteht, dass die Leitung "tot" ist. Zu dieser Schaltung gehört auch noch der blaue Kondensator und der graue Widerstand.
Der gelbe Kondensator verhindert, dass die 60 Volt Gleichspannung ständig durch das Telefon fließen, wenn der Handapparat aufgelegt ist. Nur den Wechselstrom für einen Anruf lässt er zum Wecker durch.
Ein auf der "Gabel" aufliegender Handapparat schaltet den Gabelumschalter in der Mitte. Dieser geht durch einen Federzug alleine nach oben.
Grundplatine 611/612
Grundplatine 611/612 Hier ist noch einmal die Platine von unten.
Bei älteren Telefonen ist das noch alles frei verdrahtet.
Weiter wollen wir den FeTAp nicht mehr zerlegen! zerlegter 61er
 

Jetzt sind wir reif für den Schaltplan!

Schaltplan 61er


Wenn der Handapparat auf der Gabel liegt, trennt der Gabelumschalter U den Hör-/Sprechkreis von der Vermittlungsstelle.
Kommt ein Rufstrom vom der Vermittlungsstelle, nimmt er den blauen Weg.
Der Rufstrom ist ein Wechselstrom (25 Hz) mit einer Effektivspannung von ca. 75 Volt. Nur dieser wird vom Kondensator durchgelassen. 

Wird der Anruf entgegengenommen, wird die
grüne Schleife geschlossen. Der Strom der Sprechschleife (12 Volt Gleichspannung) fließt über das Mikrofon und dann über die Brückenschaltung, den Übertrager.
Dieser trennt den Fernhörer von der Gleichspannung ab, da diese, würde sie ständig durch ihn fließen, Schäden anrichten würde.
Die Schaltung verhindert außerdem das eigene Hören (Rückhördämpfung). Allerdings ist die Brücke so abgestimmt, dass man sich doch sehr leise selber hört.
Der Widerstand und der Kondensator gehören auch noch dazu (die "Leitungsnachbildung" zur Anpassung). 
Beim Fernhörer ist noch der Gehörschutzgleichrichter zu sehen. Dieser verhindert, dass hohe Spannungen (z.B. Knacken) durch den Fernhörer fließen und diesen sowie das Gehör des Telefonierenden schädigen.

Will der Teilnehmer selber telefonieren, so wird er mittels des Nummernschalters einen anderen Teilnehmer rufen.
Wird der Nummernschalter betätigt, kommt der
rote Kreis in Aktion, da nsa (Nummernschalterarbeitskontakt) die Sprechschleife kurzschließt.
Mit nsi (Nummernschalterimpulskontakt) werden die Wählimpulse auf die Schleife gebracht. Dies muss sehr genau geschehen (60 ms Impulszeit, 40 ms Ruhezeit), daher ist so ein Nummernschalter schon ein feinmechanisches Kunstwerk.
Der nsr (Nummernschalterruhekontakt) verhindert, dass die letzten 2 Impulse mit auf die Leitung gehen. Diese Wählpause ist erforderlich, damit die Vermittlungsstelle erkennt, ob eine neue Ziffer gewählt wird.
Der Widerstand und der Kondensator bilden den Funkenlöschkreis des nsi (Verhinderung von Knacken z.B. im Rundfunk).

Prinzipiell hat sich an den Schaltungen bei aktuellen Telefonen nicht allzu viel geändert. Natürlich werden heute aktive Schaltungen mit integrierten Schaltkreisen verwendet.