Startseite                                                          FeAp 61   -   Der Fernsprechapparat 61


Historie Der 61er Varianten Farben Sonderapparate Zubehör Anschluss Technik Literatur Impressum

Der 61er

1963 wurde der Fernsprech-Apparat 61 (FeAp 61) in der Tischversion FeTAp 611/612 eingeführt (andere postinterne Bezeichnung: A-Modell).

Er diente als Nachfolger des W48. Der W48 wurde seit 1936 nahezu unverändert produziert. Er hatte eine freie Verdrahtung und das Gehäuse war aus Bakelit, einem duroplasten Pressstoff (Bild siehe Historie).

 

SEL Assistent

Allerdings gab es ein Vorbild, das Ende der 1950er Jahre von der Firma SEL für Nebenstellenanlagen entwickelt wurde.
Der SEL Assistent:

SEL Assistent SEL Assistent SEL Assistent
SEL Assistent SEL Assistent SEL Assistent

SEL Assistent anhören

 

FeTAp 611-1

Der FeAp 61 wurde aus thermoplasten ABS-Kunststoff hergestellt. Äußerlich unterschied er sich insbesondere in der Form von seinem Vorgänger W48  (die Schaltung war bis auf eine bessere Anpassung nahezu identisch). Der Apparat war nun leichter (1,1 Kilogramm), die Standardfarbe war kieselgrau, der Handapparat kleiner und handlicher und er hatte eine praktische Grifftasche.
Die Handapparateschnur war jetzt aus PVC und gewendelt.
Ferner konnte man die Lautstärke des Weckers nun mechanisch regulieren und über eine Buchse einen Zusatzfernhörer anschließen.
Zur Montage der Anschluss- und Handapparateschnur muss nur noch eine Abdeckung entfernt werden, das Gehäuse jedoch nicht mehr geöffnet werden.

Platine FeTAp 611-1 Der FeAp 61 war im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht mehr frei verdrahtet. Auf einer Platine waren die Stromkreise mit ihren Bauteilen für Gabelumschalter, Rückhördämpfung und Gehörschutz integriert.
Über Steckverbinder wurden die Amtsleitung, der Handapparat, der Nummernschalter und optionale Bauteile wie Transistorverstärker, Erdtaste und Schauzeichen angeschlossen.

Von 1963 bis ca. 1967 wurde der 611-1 und 612-1 (in der Ausgabe 1) gebaut:

FeTAp 611-1 FeTAp 611-1 FeTAp 611-1
FeTAp 611-1 FeTAp 611-1 FeTAp 611-1
Schaltplan FeAp 612
Schaltplan 612 (Quelle: Hilfsbuch für Entstörer)
 
611 laut anhören

611 mittel anhören

611 leise anhören

Im Bild sieht man den Nummernschalter 61 mit emaillierter Ziffernscheibe, der nur in den ersten Jahren von Siemens verwendet wurde.

Im Schaltplan der Grundmodelle erkennt man verschiedene Anschlüsse:

a und b Amtsleitungen
W Weckerleitung. Zwischen b und W werden Zusatzwecker angeschlossen. Außerdem Steuerleitung für A2-Schaltung.
E Erdleitung. Zur Steuerung für Nebenstellenanlagen beim FeAp 612.
G Steuerleitung zum Anschluss von Zusatzgeräten, die einen Schaltimpuls benötigen (z.B. Gebührenanzeiger).
V1 bis V4 Anschlussmöglichkeit für Transistorverstärker. Nach Einführung der Piezokapseln unnötig.
Z1 und Z2 Anschluss von Zusatzfernhörern (eigene Steckbuchse hinten).

 

geöffneter FeTAp 612-2 Der Nummernschalter NrS 61 wird extra auf einer gummigefederten Halterung montiert und mittels Steckverbinder angeschlossen. Er hat nun eine durchsichtige Fingerlochscheibe

Der Wecker 61 hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern im W48 nur noch eine Klangschale (ebenfalls Anschluss mittels Steckverbinder).

 

 

FeTAp 611-2

FeTAp 611-1 und 611-2 Ab 1968 wurde die Ausgabe 2 (FeTAp 611-2) eingeführt, die äußerlich geringfügige Änderungen aufwies. Man erkennt diese am besten an der Geräteunterseite.
Die Abdeckung für die Anschlussschnüre hat nun hinten eine Lasche für die Halterung des Zusatzfernhörers.
Außerdem ist der Blindstecker für den Zusatzfernhörer nun erst nach Demontage der Abdeckplatte herausnehmbar

 

FeTAp 611-2 FeTAp 611-2 FeTAp 611-2
FeTAp 611-2 FeTAp 611-2 FeTAp 611-2

 

1967 wurde der W49 durch eine Wandversion, dem FeWAp 61, abgelöst (siehe Seite Varianten).

1968 kamen dann noch die Typen 613 - 616 hinzu, welche die W48a mT/Sz ablösten (siehe Seite Varianten).

1972 folgten dann einige Farbversionen (siehe Seite Farben).

 

Gebaut wurde der FeAp 61 bis 1984 in einer Gesamtzahl von über 20 Millionen Stück. Es gab ihn in über 250 Ausführungen.
Bis 1988 wurde er noch aufgearbeitet und bei Teilnehmern angeschlossen.
Hatten zu seiner Einführung im Jahre 1963 gerade mal 19 % der Haushalte einen Hauptanschluss, so hatten zum Ende des Modells im Jahre 1984 bereits 88 % der Haushalte ein Telefon.

Sein Nachfolger sind die Telefone der 7er-Reihe (Bild siehe Historie). 1977 wurde der 75er mit Tasten (gegen Aufpreis) und 1979 der 79er mit Nummernschalter eingeführt. Die Post hatte also für kurze Zeit zwei Standardmodelle (den 61er als A-Modell und den 79er als T-Modell) parallel im Programm.

 

Auslieferungszustand

originalverpackter FeTAp 611-2 Im Auslieferungszustand werden die FeAp 61 ohne Hör- und Sprechkapsel ausgeliefert.

Handapparateschnur, Gehäuse und Handapparat sind in Folie verpackt.

Meist ist an der Anschlussschnur schon eine VDo montiert. Außerdem liegt eine Bedienungsanleitung mit mehreren Einlegescheiben für die Fingerlochscheibe bei.

 

Bedienungsanleitung (Quelle: Deutsche Bundespost):

Bedienungsanleitung FeAp 61

 

Prospekt (Quelle: Firma Friedrich Reiner):

Prospekt FeAp 61 Seite 1 Prospekt FeAp 61 Seite 2

 

Einlagen für Fingerlochscheiben:

(in Originalgröße eingescannt, vielleicht braucht ja mal jemand Ersatz...)

Einlagen für Fingerlochscheiben - elfenbein Einlagen für Fingerlochscheiben - schwarz
NrS elfenbein NrS schwarz